Sonntag, 9. Dezember 2012

Unser Freund, der Birnbaum

Schon als wir das Haus vor zehn Jahren gekauft haben, machte uns der Verkäufer auf den maroden Zustand des Birnbaumes aufmerksam. In der Tat war er im Herbst nicht gerade eine Zierde zum Anschauen. Wir liessen ihn trotzdem stehen. Dies dankte er uns im nächsten Frühling mit einem weissen Blütenmeer. Heute, nach zehn Jahren, steht und blüht er immer noch. Und solange er nicht selber umfällt, wird er auch stehen bleiben. Zu wertvoll ist er für die Vögel. Ungefähr ein Dutzend Arten tummeln sich jeweils im Winter darin herum.
Unser Birnbaum im winterlichen Gewand
In den morschen Ästen finden Insektenfresser wie Meisen, Kleiber und Baumläufer reichlich Nahrung. Der Buntspecht nutzt die Ritzen für seine Spechtschmiede. Dies ist ein Spalt in einem Ast, in dem er die Haselnüsse einklemmt, um sie dann aufzuhacken, um an den begehrten Kern zu gelangen.
Morsch, aber ein gefundenes Fressen für die Vögel
Unser Sonntagsfrühstücksfernsehen besteht aus einem Panoramafenster mit Blick auf den Birnbaum, an und unter dem verschiedene Meisen- und Finkenarten, Kleiber, Amseln, Feldsperlinge, Goldammern, ab und zu Gimpel und andere Arten Nahrung suchen.
So, liebe Nörgeler (die das wohl aber nicht lesen), die finden, dass wir eine "Sauordnung" im Garten hätten: Nun wisst ihr warum. Biodiversität ist uns wichtiger als Konformität. Und wir freuen uns auf die nächste Bluescht im Frühling.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Funzel aus, Scheinwerfer an - hier kommt der Trailbeamer!

Lange habe ich gewerweist: Soll ich die Investition machen von 249 Franken oder nicht für den Trailbeamer 1000 von Veloplus? Nun, kürzlich wurde ich schwach und kaufte mir das Teil. Da ich das grossartig auf Twitter verkündete, meldete sich Veloplus prompt, wie nun die Erfahrungen seien. Ich nahm nun den Mund ganz voll und versprach grossspurig, dass ich dies erst diese Woche testen, dafür etwas darüber schreiben werde. Nun musste ich mich also in die Dunkelheit, Kälte, Glätte und Feuchtigkeit stürzen, um dieses Teil auszuprobieren. 
Die Verpackung kommt schon mal relativ edel in einer Kartonbox daher:

Die Helmhalterung konnte ich noch im Trockenen und in der Wärme montieren. Vielleicht finde ich noch eine bessere Variante zur Fixierung, im Moment stört der Klettstreifen, mit der die Halterung am Helm befestigt wird, noch etwas. Vor grössere Probleme stellte mich die Montage des O-Ringes an der Lampe.

In der Anleitung heisst es, es gehe ohne Werkzeug. Ich kam auf keine Lösung. Also twitterte ich am Abend das Bild und fragte bei Veloplus, wie das funktionieren soll. Keine Stunde später erhielt ich Antwort, dass man sich darum kümmern würde. Tags darauf hatte ich auch schon eine Mail im Posteingang: Mit einem Schraubenzieher muss man die Halterung lösen, damit man den O-Ring montieren kann, dann wieder anziehen. Das hatte ich mir auch schon überlegt, aber es hiess ja "ohne Werkzeug". Ich schlug vor, dass man das für Bürogummis wie mich noch irgendwo erwähnen sollte. Und siehe da, noch am gleichen Tag wurde die Beschreibung des Artikels auf der Website von Veloplus ergänzt. Liebe Wirtschaftshochschulen, diese Episode könnt ihr als Fallbeispiel für gelungenen Kundenservice nehmen.
Ja, und nun wollte ich am letzten Novembertag dieses Jahres die Lampe ausprobieren. Es lag Schnee, die Temperaturen waren um den Gefrierpunkt. Soll ich es wagen oder nicht? Ach was, das bisschen Schnee wird mich schon nicht umbringen. So radelte ich also vor sechs Uhr morgens los. Ich schaltete die Lampe noch nicht an durch das Dorf, die anderen Verkehrsteilnehmer wären geblendet worden. Aber auf dem Radweg nach Beromünster musste es sein: Ich schaltete meine Flutlichtanlage ein. Und sie hielt, was ich mir von ihr versprach. Schön ausgeleuchteter Weg, nicht nur so ein Lichtfleck, wo man nicht sieht, was links und rechts davon ist. So lässt sich die Nacht bei leichtem Schneefall geniessen. Auch nach Beromünster wies sie mir wunderbar den Weg. Was sie allerdings nicht aufdeckte, war das spiegelglatte Eis, das sich unter der dünnen Schneeschicht verbarg. Dies bekam ich dann knallhart zu spüren. Ich landete auf dem Rücken, und es verschlug mir kurz den Atem. Nachdem ich festgestellt hatte, dass ich keine grösseren Schäden davon trug, fuhr ich weiter. Der Morentalerwald wurde wunderbar ausgeleuchtet, auch in der Kurve fuhr ich nicht geradeaus wegen zu wenig Licht. Durch die Helmmontage konnte ich in die Richtung leuchten, wo ich hinfahren  wollte. Schlussendlich gelangte ich nach zwei weiteren Stürzen auf dem Glatteis in Sempach Station an. Und ich habe das Versprechen an Veloplus gehalten, wofür ich die Schmerzen in Kauf nahm.
Fazit: Die Lampe ist hervorragend geeignet, wenn man wie ich einen Arbeitsweg abseits der Strassen und Ortschaften hat. Für schnelle Ritte über verwinkelte Singletrails gibt sie wohl zu wenig Licht, aber das sollte man im Winter sowieso unterlassen wegen den Wildtieren, die in dieser harten Zeit aufgescheucht werden und so unnötig Energie brauchen.

Montag, 29. Oktober 2012

Der Winter, der zu früh kam

Schön war es trotzdem. Wir machten eine Runde im heimischen Sonnenberg, ich hatte meine Kamera dabei, eine Canon D60 mit einem Festbrennweitenobjektiv 50 mm/f1.4. Nun also ein paar Impressionen. Die Bilder sind alle unbearbeitet.
Bäume am Bach (1/125 sec., f14)

Wo sich Herbst und Winter treffen (1/125 sec., f7.1)

Buchenblätter (1/125 sec., f5)

Eiche (1/125 sec., f10)

Allee (1/125 sec., f5.6)

Waldweiher (1/125 sec., f3.5)

Sonntag, 21. Oktober 2012

Warum ich lieber ein Mensch als ein Storch bin

Eigentlich wäre heute ein Bombentag für eine Wanderung oder eine Velotour gewesen. Da unser Jüngster aber am Dienstag den Arm gebrochen hatte, mussten wir etwas umdisponieren. Wir wollten schon lange den Baldeggersee besuchen. Er liegt so nahe, trotzdem haben wir es noch nie geschafft. Das war nun die Gelegenheit. Schon bei der Anfahrt nach Baldegg sahen wir auf einem abgemähten Feld zwei Weissstörche, die nach Nahrung suchten. Unser Spaziergang startete bei der Infotafel zum Gebiet.
Infotafel am Start des Spazierganges
Beobachtungsplattform
Es steht unter Naturschutz, wie auch der ganze Baldeggersee. Dieser gehört der Naturschutzorganisation Pro Natura. Bevor wir zum See spazierten, wollte ich noch einem jammernden Ruf nachgehen. Wie sich herausstellte, stammte er von einem Mäusebussard. Nun konnten wir zum See gehen. Auf der Wiese staksten immer noch die beiden Störche umher. Einer senkte Kopf, stach zu - und schon zappelte eine Maus im Schnabel. Aber nicht lange. Kurz schnell zurecht gelegt, Kopf hoch und - glup - rutschte die Maus den langen Hals hinunter. Nichts von Genuss und Essen zelebrieren. Darum bin ich lieber Mensch und geniesse den Geschmack der vielfältigen Speisen. Am Weg gibt es einige Tümpel, in denen Frösche leben, und einen Hide, von dem aus man einen Blick über den See hat.
Hier kann man Frösche entdecken
Der Hide am Baldeggersee
Wir sahen ein paar Stockenten und Haubentaucher, die ersten Reiherenten, die den Winter bei uns verbringen werden, waren auch schon da. Bei der Badi kehrten wir wieder um. Das Ufer des Sees ist gesäumt mit typischen Bäumen von Feuchtgebieten: Weiden und Eschen. Die Eschen in unseren Breitengraden haben aber ein Problem: Die Eschenwelke. Diese wird durch einen Pilz verursacht, der den Baum absterben lässt.
Eine von der Eschenwelke betroffener Baum
Ein Feldweg weckt unsere Interesse, wir folgen ihm. Er endet an einer Kuhweide am Ronkanal.
Der Ronkanal
Eine Sitzbank lädt zum Verweilen ein. Leider gibt es auch hier Leute, die es nicht schaffen, ihren Abfall zum 10 Meter entfernten Abfallkübel zu tragen und lassen ihn an Ort und Stelle fallen. Mein Gott, wie muss es in deren Wohnung aussehen!
Es gibt Leute, die sind mit der Abfallentsorgung geistig überfordert
Zurück bei der Infotafel, spazierten wir weiter Richtung Nunwil und wollten versuchen, zum See zu gelangen. Leider war überall der Zutritt verboten. Was uns irritierte, waren die Wiesen dort, die mit grossen Landmaschinen bearbeitet werden. Zu Fuss darf man dort nicht hin, mit tonnenschwerem Gerät schon. Zudem sahen die Wiesen nicht wirklich mager aus, wie es sich gehören würde für eine Wiese in einem Naturschutzgebiet, die nie gedüngt wird.
Tipp: Wanderung von Baldegg nach Gelfingen.
Von der Station Baldegg her zum Ausgangspunkt, der Infotafel. Von der dem See entlang bis Gelfingen.
Info 1: http://www.pronatura-lu.ch/src/wanderbroschuere/broschuere3.pdf
Info 2: http://www.pronatura-lu.ch/src/wanderbroschuere/broschuere4.pdf

Samstag, 13. Oktober 2012

Von Bären und Katzen

Unsere Zeit in Davos war vorbei, wir fuhren nach Malbun in Liechtenstein. Dass Liechtenstein mehr zu bieten hat als Banken und Rechtsanwälte, die bei der Steuerhinterziehung helfen (wie die Schweiz übrigens auch), wird einem sehr schnell klar, wenn man sich mal im Ländle umsieht. Malbun liegt auf 1600 müM und ist von Bergen umgeben. Einen davon wollen wir besteigen, den Augstenberg. Wir übernachteten im Sporthotel Turna, das ideal gelegen ist.
Am nächsten Morgen starteten wir Richtung Augstenberg, die Wetterzeichen sahen (noch) nicht allzu schlecht aus. Der Weg führte zuerst über Alpweiden, dann durch Bergföhrenwald und Lawinenverbauungen. Bergföhren unterscheiden sich von Arven dadurch, dass zwei Nadeln zusammen dem Ast entwachsen, bei der Arve sind es fünf. Später, auf dem Grat, wurde es aber immer dunkler. Im Rheintal zog eine Regenfront auf. Wir planten kurz um und bestiegen den Spitz, der quasi am Weg liegt, damit wir trotzdem noch einen Gipfel gemacht haben.
Zwischen den Bergföhren

Blick nach Österreich zum Fundelkopf

Auf der Tour konnten wir verschiedene Tiere beobachten. Vom Chalbergrad sahen wir zuerst nur wenige Gämsen. Im Sattel beim Spitz waren dann aber über 40 Tiere auszumachen! Schon im Aufstieg über Turna beobachteten wir drei Gesellen, die uns beobachteten: Murmeltiere. Jetzt im Herbst waren sie besonders dick, sie haben sich einen ordentlichen Winterspeck angefressen. Die putzigen Tierchen haben kein einfaches Leben. Sie leben in Sippen, wobei sich nur der Sippenchef und die -chefin fortpflanzen. Sie werden auch Bär und Katze genannt, die Jungen Kätzchen oder Äffchen. Während des Sommers müssen sie sich soviel Speck anfressen, dass sie den Winterschlaf von Oktober bis April überleben. Steigt allerdings die Temperatur im Sommer über 20° C, geraten sie bereits in Hitzestress, da sie weder schwitzen noch hecheln können. Sie verkriechen sich dann in ihre Bauten, die bis 7 Meter unter die Erde reichen, und warten die kühlere Tageszeit ab. Fühlen sie sich bedroht, pfeifen sie. Bei allgemeiner Gefahr wird mehrmals gepfiffen, bei Gefahr aus der Luft, vor allem von Adler, genau einmal.
Zum Tiere beobachten unerlässlich: Ein guter Feldstecher

Weitere interessante Informationen zu Murmeltieren, Gämsen und der Bergumwelt im allgemeinen findet man im hervorragenden Buch "Im Gebirge - Natur erleben - beobachten - verstehen" von Sabine Joss, erschienen im Haupt-Verlag (ISBN 978-3-258-07674-4).

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ein Familiendownhill

Heute stand ein Downhill auf dem Programm: Wir fuhren von Davos nach Landquart, zuerst ein wenig hoch zum Wolfgangpass, dann steil hinunter nach Klosters, von dort gemütlich nach Landquart.
Am Davoserseee
Der Morgen war noch sehr kühl, Nebel waberten über Davos. Schon bald machte sich aber die Sonne bemerkbar. Wir fuhren dem Davosersee entlang zum Wolfgangpass hoch. Dort überquerten wir die Strasse und bogen in einen Lärchenwald ein. Der Singletrail war super, aber plötzlich wurde es ziemlich steil. Silvan, unser Jüngster, meisterte aber die Stelle mit Bravour. Wir gelangten nach Laret, fuhren am idyllischen Laretsee vorbei.
Am Wolfgangpass
Der Laretsee beim gleichnamigen Ort
Danach war es aber vorbei mit der Idylle, dafür begann der Abfahrtsspass richtig. Der Weg war ziemlich ruppig, wir fuhren über Stock und Stein und Wurzeln. Es gab kaum Gelegenheiten zur Erholung. Trotzdem: Es machte Spass! In Klosters gibt es eine geniale Einrichtung: Eine Bikewaschstation. Diese hätten wir zwar eher in Landquart gebraucht, Fabian nutzte die Gelegenheit aber, seine Trinkflasche zu reinigen.
Bikereinigungsstation bei der Gotschnabahn

Weiter ging die Fahrt talabwärts, aber nicht der offiziellen Route 21 entlang, sondern der "Willi spezial". Singletrail folgte auf Singletrail. Unter der Sunnibergbrücke enden vorerst diese Trails, einfache Feldwege folgen der Landquart.
Unterquerung der Sunnibergbrücke
Ein Wasserlehrpfad würde noch viele Geheimnisse rund um den Fluss enthüllen, wir müssen aber schauen, dass wir vorwärts kommen. Wir fahren durch die verschiedenen Ortschaften des Prättigau.
Ein richtiger Biker ist schmutzig
Mittels eines preisgekrönten Veloüberganges gelangen wir nach Jenaz, wo wir auf der alten Haupstrasse weiter fahren. Weiter nach Schiers und Grüsch erreichen wir die Klus von Landquart.
Bei Jenaz
Auch hier fahren wir auf der alten Hauptstrasse. Mittels einiger Kniffe gelangen wir wieder an das Ufer der Landquart, an der wir bis zum gleichnamigen Bahnhof fahren. Unterwegs im Industriequartier spritzen wir noch schnell unsere Velos ab, damit wir sie nicht allzu dreckig verladen müssen.

Montag, 8. Oktober 2012

Das Sertigtal leidet an Verschwendungssucht

Heute wählten wir bei sonnigem Wetter die faule Variante: Mit der Seilbahn aufs Jakobshorn, von der Station noch ein paar Meter hoch und voilà, den ersten Gipfel hatten wir im Sack. Für den weiteren Weg folgten wir nicht der Wanderautobahn, sondern dem Grat auf das Jatzihorn. Der zweite Gipfel war auch unser.
Blick vom Jatzihorn auf den Davoser See

Ein schmaler Pfad führte über den schmalen Grat. Auf der einen Seite blickten wir ins Dischmatal, auf der anderen ins Sertigtal.
Ein wunderschöner Wanderweg
Von der Tällifurgge stiegen wir nach Sertig ab. In allen Herbstfarben leuchtete uns das Tal entgegen. Das Rot der Heidelbeersträucher, das Gelb der Lärchen und Birken, das Dunkelgrün der Arven, das Gras leuchtet in allen Braun-, Grün- und Gelbtönen. Wahrlich verschwenderisch, wie hier die Farben prangen. Da wird geklotzt, nicht gekleckert.
Heidelbeersträucher im herbstlichen Gewand
Der Herbst leuchtet in allen Farben