Montag, 22. September 2014

Zwischen Wallis und Bern: Auf dem Sidelhorn

Hoch über dem Grimselpass wacht das Sidelhorn. Es steht nicht nur auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis, sondern auch auf der Wasserscheide, deren eine Seite über die Aare in die Nordsee entwässert, die andere über die Rhone (oder den Rotten, wie der Fluss bei den Oberwallisern heisst) ins Mittelmeer. Von 2764 Meter hat man eine wunderbare Aussicht auf das Goms, das Furkagebiet und das Grimselgebiet. Ein Rückblick auf das Jahr 2009.
Blick auf den Totesee, die Furka und den Rhonegletscher

Wir fahren auf der Panoramastrasse Grimselpass – Oberaar bis ca. Punkt 2301, wo sich ein Parkplatz befindet. Wir stehen mitten in der grandiosen Gebirgswelt: Drei- und Viertausender türmen sich auf, es verschlägt einem fast den Atem ob dem Panorama. Nichtsdestotrotz starten wir. Die Rollen sind verteilt: Silvan (4 1/2) ist der Bergführer, Fabian (6) der Forscher, der die Natur am Sidelhorn erforscht, während Mama und Papa die Träger sind. Strammen Schrittes stakst der Kleinste voran. Bald ist das Tribtenseewli erreicht, eine erste Stärkung fällig.


Unser Bergführer geht weiter. Plötzlich huscht etwas zwischen den Steinen umher. Was ist das? Ein Wiesel! Lustig hüpft es hin und her, wir können ihm eine Weile zuschauen, bis es zwischen den Felsen verschwindet. Unser Forscher findet immer wieder schöne Steine, die im Rucksack verschwinden. Wir überqueren einen Bach und gehen weiter durch saftig grüne Wiesen. Doch schon bald erreichen wir die Vegetationsgrenze, der Weg führt weiter durch das Geröll und er wird steiler.
Je höher wir kommen, desto weiter schweift der Blick. Weit unten liegt der Lauteraarsee, dahinter der Lauteraargletscher, über dem das Lauteraarhorn thront. Allmählich taucht der Oberaarsee auf, in den der Oberaargletscher mündet. Und darüber – ja, genau, da thront das Oberaarhorn. Wir erreichen die Lücke bei Punkt 2689 und werfen einen ersten Blick auf die Walliser Seite.
Nun sind es nur noch 80 Höhenmeter. Dafür brauchen wir nun aber unseren Bergführer wieder, denn es gibt keinen klaren Weg mehr, sondern nur noch Wegspuren über Felsblöcke. Wir bilden nun eine Seilschaft und klettern die letzten Meter hoch. Nötig ist das nicht, aber die Kinder fühlen sich wie richtige Bergsteiger. Wir kreuzen andere Bergwanderer, die über die jungen Alpinisten staunen. Die Müdigkeit ist für einen Moment verflogen. Behände klettern die Jungs über die Blöcke. Endlich ist der Gipfel erreicht. Wir schauen uns um: Im Süden liegt das Goms, im Osten blicken wir auf die Furka und den Galenstock, der die Umgebung überragt. Im Norden blicken wir auf das Haslital, im Westen auf die Gletscher und Berge des Grimselgebietes mit den Viertausendern Lauteraarhorn, Schreckhorn und Finsteraarhorn. Jetzt ist aber erst mal eine ausgiebige Pause fällig.
Gipfelrast vor dem Lauteraarhorn (4042 m)


Wir machen uns wieder für den Abstieg bereit, seilen uns wieder an. Ein Berggänger will unbedingt ein Foto von der Seilschaft machen. So schnell wie wir hochkletterten, so schnell sind wir wieder im Sattel, wo wir das Seil verstauen können. Auf dem steilen Weg macht sich nun allmählich die Müdigkeit bemerkbar bei den Kindern, aber nach einer weiteren Pause am Bach ist davon nichts mehr zu spüren. Schon bald sind wir wieder beim Parkplatz. Im Hotel Grimselblick gibt es dann das verdiente Rivella.



Details zu dieser Tour und noch mehr Touren findest du hier:
Der Führer kann bei mir bestellt werden (Coop hat die Verlagstätigkeit eingestellt).

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